Der Neujahrsempfang des Turnverein Dreieichenhain am Sonntag, den 6. Januar, war auch dank der zahlreichen Anwesenden wieder ein großer Erfolg. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren hatte der Vorstand des TVD erstmals in den großen Saal der vereinseigenen Turnhalle eingeladen. Der große Andrang im letzten Jahr und die erst kürzlich beendete, umfangreiche Renovierung des Saals gaben hierzu den Anlass. Diese Entscheidung sollte sich als richtig erweisen und die gut 180 Anwesenden fanden eine angenehme Atmosphäre vor. Unter ihnen waren auch diesmal wieder zahlreiche Vertreter aus der kommunalen Politik; so zum Beispiel der Stadtverordnetenvorsteher Georg Kracht und der 1. Stadtrat Dieter Zimmer sowie Mitglieder der Fraktionen von SPD, CDU und FWG.

Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden Gerhard Knies, gab Georg Fuhrländer (stellv. Vorsitzender) einen Rückblick über die nun 45-jährige Geschichte der TV-Turnhalle. In seiner Chronik berichtete er über den Bau und die Erweiterungen der Halle, die im Jahre 1997 im Gedenken an den langjährigen, verstorbenen Vereinsvorsitzenden in Alfred-Haimerl-Halle umbenannt wurde. Der Bau der Turnhalle war damals notwendig, weil der Vereinswirt im Burg Café Frey seinen Betrieb einstellen wollte und der Turnverein dann keinen Saal und kein Vereinslokal mehr gehabt hätte - eine Schulturnhalle gab es noch nicht in Dreieichenhain. Dem Turnverein wurde von der Stadt ein Gelände von 1150 m² an der heutigen Koberstädter Straße in Erbpacht überlassen. Der erste Bauausschuss wurde gegründet und der Bau der Turnhalle in 3 Bauabschnitte gegliedert: Der erste Abschnitt umfasste den unterkellerten Bühnentrakt, der zweite die Erstellung des großen Saales und der dritte Abschnitt den Anbau des Wirtschaftsgebäudes. Im Dezember 1957 wurde mit dem Aushub der Kellerräume begonnen und es begann eine rege Bautätigkeit, die Dank einer immensen Eigenleistung zur Fertigstellung der einzelnen Abschnitte in den Jahren 1959, 1960 und 1967 führte. Nach 9-jähriger Bauzeit war die Halle endlich fertig. Die Größe der Turnhalle betrug 15 x 49 Meter. Es wurden 740 m³ Erde bewegt, ca. 43.000 Steine vermauert und 130 Tonnen Zement verarbeitet.

Doch bereits wenige Jahre später wurde die Notwendigkeit einer ersten Erweiterung deutlich. Der kleine Saal mit weiteren Umkleide- und Duschräumen sowie Vorstandszimmer, Gästekolleg und Wohnungen für Wirt und Hausmeister wurden 1976 fertiggestellt. In den nächsten Jahren folgten zahlreiche Bauerhaltungsmaßnahmen und Renovierungen. Das marode Flachdach des Anbaus war 1993 der Anlass einer zweiten großen Erweiterung. Bis 1997 wurden im neu errichteten zweiten Obergeschoss ein Geschäftszimmer und Jugendräume geschaffen und im Keller eine neu Kegelanlage mit 4 Bahnen gebaut.

Neben allen notwendigen Erhaltungsmaßnahmen wurden von Vereinsmitgliedern allein für die geschilderten Arbeiten insgesamt fast 76.000 freiwillige Arbeitsstunden geleistet - hierauf ist der TVD sehr stolz. Allerdings verteilt sich in den letzten Jahren die Last der freiwilligen aber unbedingt notwendigen Arbeitsstunden auf immer weniger Schultern. Besonders hervorgehoben und geehrt für ihre Leistungen im vergangenen Jahr wurden von Gerhard Knies daher Georg Fuhrländer, Georg Haimerl und Hort Philippi.

Besonders erfreut war der Vorstand des TVD über die Zusage des ehemaligen Bürgermeisters von Dietzenbach Jürgen Hayer, der auch viele Jahre im Turnverein aktiv war, über das Ehrenamt zu referieren. Hayer würdigte in seiner Rede die Bedeutung der ehrenamtlichen Arbeit und unterstrich, dass das "Gemeinwesen von der engagierten … Mitwirkung und Mitgestaltung seiner Bürgerinnen und Bürger in Staat, Gemeinschaft und im Verein lebt." Drei Fragen müsse sich jedes Vereinsmitglied stellen. "Warum bin ich Mitglied?", "Was bietet mir dieser Verein?" UND "Was kann ich für diesen Verein tun?"

Natürlich wurden auch in diesem Jahr viele Mitglieder des TVD für ihre langjährige Vereinszugehörigkeit geehrt. Dies waren insbesondere für 25-jährige Mitgliedschaft: Petra Bösser, Regina Ebert, Mirko Eichler, Bodo Erb, Gabi Keim-von Deessen, Heidrun Liebert, Gerd Lohr, Bernd Müller, Gisela Reichenbach, Iris Reuker, Angela Tarara, Isabell Tarara, Marianne Tarara, Tina Tarara, Martina Weis und Gabriele Zapf. Alle erhielten die silberne Ehrennadel. Daneben erhielten 43 Mitglieder die neue bronzene Ehrennadel für mindestens 15 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Ebenso waren im vergangenen Jahr einige besondere sportliche Erfolge zu verzeichnen:

Insgesamt erhielten 56 Sportler die Bronzemedaille des TVD. Seit einiger Zeit ehrt der TVD auch Mitglieder, die viele Jahre ehrenamtlich für den Verein tätig waren. Für mehr als 10 JahreTätigkeit als Trainer und Übungsleiter erhileten auch Gerlinde Ruf (Übungsleiterin Gymnastik am Vormittag) und Thomas Reißert (Trainer der Tischtennis Schüler und Jugend) die Bronzemedallie.

Eine besondere Auszeichnung für sportliche Erfolge erhielt Gerhard Freyermuth. Für seine herausragenden Leistungen als blinder Sportler wurde er mit der Silbermedaille des TVD geehrt. Gerhard Freyermuth wurde bei der hessisch-thüringischen Leichtathletikmeisterschaft für Behinderte in gleich vier Disziplinen (100m-Lauf, Weitsprung aus den Stand, Kugelstoßen, Diskuswerfen) Landesmeister. Bei den internationalen deutschen Leichtathletikmeisterschaften für Behinderte im Juni 2001 erreichte er zahlreiche sehr gute Platzierungen und wurde Vizemeister im Weitsprung aus dem Stand.

Der gelungene Neujahrsempfang hat gezeigt, dass sich diese noch junge Veranstaltung bereits fest im Programm des TVD etabliert hat und läßt auf ein positives Jahr 2002 hoffen.